Am dritten und letzten Saaner Abesitz berichtete die einheimische Schauspielerin, Sängerin und Jodlerin Sarah Luisa Iseli aus ihrem Alltag als Bühnenschaffende.
Sarah Luisa Iseli ist in Bissen, Gstaad, aufgewachsen. Die erste Bühnenerfahrung als ...
Am dritten und letzten Saaner Abesitz berichtete die einheimische Schauspielerin, Sängerin und Jodlerin Sarah Luisa Iseli aus ihrem Alltag als Bühnenschaffende.
Sarah Luisa Iseli ist in Bissen, Gstaad, aufgewachsen. Die erste Bühnenerfahrung als Schülerin am Menuhin-Festival mit Jörg Schneider löste in Sarah Luisa den Wunsch aus, in Zukunft das schöne Gefühl, auf einer Bühne zu stehen, weiterhin zu erleben. So als «Affe» und als «Papageno», die Charaktere in den Kinderopern waren der Einstieg in ein vielseitiges und spannendes künstlerisches Abenteuer.
Gleich zu Beginn des Abends konnten sich die Anwesenden über das Jodellied von Adolf Stähli «Wen i e Jutz cha ghöre» freuen. Mit viel Gefühl vorgetragen von Sarah Luisa Iseli, die sich damit an ihren ersten Auftritt mit Barbara Klossner auf der Landhausbühne erinnerte. Sie war es, die Sarah im Jodelgesang unterrichtete. Klassischen Gesang erlernte Sarah bei der Sopranistin Iris Eggler und Musical-Gesang bei Nicole Matter. Die Ausbildung für Musicals mit Schwerpunkt Schauspiel erfolgte zwischen 2012 und 2016 an der SAMTS, StageArt Musical & Theater School in Zürich.
Tourneen durch die Schweiz
Als Pippi Langstrumpf, Schellenursli, Schneewittli und Annika war Sarah Luisa schweizweit auf den Bühnen unterwegs. Zwischendurch auch als Erzählerin wie beim «Karneval der Tiere» beim Menuhin-Festival, als Sprecherin «Saani», als Moderatorin, Requisitenhilfe und Regieassistenz. An diversen Freilichtspielen, Theateraufführungen und Projekten. Als «Stüdi» im Schauspiel «Schwarmgeist» sowie im «Teufelskreis» war sie erfolgreich und mit viel Herzblut bei ihrer gewählten Tätigkeit unterwegs.
Seit 2013 ist sie auch als Schauspielpatientin bei den jährlichen Prüfungen der Medizinstudent:innen und Fachangestellten Gesundheit in Bern im Einsatz.
Warum Bühne? Oder warum gerade nicht?
Sarah Luisa Iseli liess die Besuchenden des Abesitzes teilhaben an ihrem Leben. So schilderte sie die Zeit während der Pandemie, die für freischaffende Künstler:innen alles andere als einfach war. Man muss sich mit diversen Jobs breit aufstellen, um seinen Traum zu leben. Als gelernte Coiffeuse hat sie sich mit weiteren Anstellungen im Service, Detailhandel, in der Kinderbetreuung, Erwachsenenbildung und selbstständiger Erwerbstätigkeit neben den Rollen auf der Bühne stets weitergebildet. Ebenso absolvierte sie ein Jahr Praktikum beim Berufsverband SONART, Musikschaffende Schweiz.
Ihre Lieder, die sie selbst geschrieben hat, sind tiefgründig und helfen, Erlebnisse zu verarbeiten, die man nur schwer beschreiben kann. Mit guter Bühnenpräsenz berichtete Sarah Luisa über ihren künstlerischen Lebenslauf. Gleich zu Beginn erklärte sie ihr Tenue. Grosse, bequeme Schuhe, weite Hose mit genügend Platz zum Singen, Blazer mit Schulterpolstern, um grösser zu wirken, und eine Kappe, um den Kopf vor dem Bühnenlicht zu schützen. Die musikalische Umrahmung des Abends bestritt Sarah Luisa allein. Sie begleitete sich selbst mit ihrer Ukulele. Mit ihrer schönen Stimme hat sie schon an vielen Anlässen für eine feierliche Stimmung gesorgt. Auch die Besuchenden im Landhaussaal kamen in den Genuss von Jodel- und ihren selbst geschriebenen Liedern.
Im Frühjahr plant Sarah Luisa ein Yoga & Klang Retreat mit ihrer Mutter. Künftig auf der Bühne stehen? Ja, doch gezielt in ausgewählten Rollen – und zu gegebener Zeit darf man sich auch auf weitere Lieder aus der Feder der sympathischen und talentierten Künstlerin freuen.
KULTURKOMMISSION SAANEN/LÉONIE MÜLLER