Drei Tage wach – «Ibiza Vibes» auf 1500 Metern Höhe
23.09.2024 KulturDas Technofestival Caprices fand vergangenes Wochenende zum zweiten Mal auf dem Eggli statt. Nachdem die Organisatoren im ersten Jahr von Feierwütigen überrannt wurden, verlängerten sie die Party dieses Jahr um einen weiteren Tag.
ELISA OPPERMANN
Das ...
Das Technofestival Caprices fand vergangenes Wochenende zum zweiten Mal auf dem Eggli statt. Nachdem die Organisatoren im ersten Jahr von Feierwütigen überrannt wurden, verlängerten sie die Party dieses Jahr um einen weiteren Tag.
ELISA OPPERMANN
Das Wort «caprice» bedeutet Laune, Eigensinn, kapriziöser Einfall beziehungsweise wunderliche Eingebung. Vincent Schwab, Mitorganisator des Events, hatte wohl auch eine wunderliche Eingebung und das richtige Gespür, als er vergangenes Jahr das Caprices-Festival ein erstes Mal nach Gstaad holte.
Vergangenes Wochenende feierte das Festival seine zweite Ausgabe hier im Saanenland. Durch den grossen Andrang wurde das Festival dieses Jahr bereits um einen Tag verlängert. Partygänger:innen konnten vom Freitag, 20. bis Sonntag, 23. September jeweils ab 14 Uhr bis nachts um zwei Uhr auf 1500 Metern Höhe durchfeiern. Wer dann noch nicht genug hatte, konnte «weiter raven» in der berüchtigten Grotte in Schönried bis um fünf Uhr morgens.
Grösser, länger, verrückter?
Vergangenes Jahr rechneten die Organisatoren mit 1700 Besuchenden pro Tag. Schlussendlich konnten sie jedoch eine Gesamtzahl von 5000 Zuschauer:innen auf zwei Tage verteilt zählen. Dieses Jahr war die Prognose höher, der Verantwortliche Vincent Schwab erwartete geschätzt 6000 Personen. Im Nachhinein fiel die Zahl jedoch etwas geringer aus. Circa 4800 Musikfans zählte das Festival während des gesamten Wochenendes. Schwab führt den Rückschritt vor allem auf die hohen Kosten der Region für Auswärtsanreisende zurück und bekräftigt die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit der Region: «Es ist wichtig, dass alle zusammenarbeiten, um solche Events zu verwirklichen.»
Obwohl die Besucheranzahl des Wochenendes sich nicht vervielfachte, gab es für die Besucher:innen im Gegensatz zum Vorjahr neu sogar zwei Bühnen und nicht mehr nur die Hauptbühne.
Die Mainstage befand sich nach wie vor in einem Zelt auf der Terrasse des Eggli-Berghauses, wo auch die Menuhin-Events stattfanden. Die neue Nebenbühne befand sich in einer grossen Jurte in der Nähe der Bergstation.
In der heutigen Instagram-Generation sei es laut Schwab wichtig, den Gästen immer etwas Neues zu bieten: «Es braucht Abwechslung. Unterschiedliche Locations wie die Mainstage, Jurte und Grotte bieten eine perfekte Mischung.»
Die Gstaader sind hungrig nach Party
Dass es ein Defizit an Ausgehmöglichkeiten für die jüngeren Leute in Gstaad gibt, ist Vincent Schwab bewusst. Laut dem Organisator kann ein Festivalwochenende im Jahr dieses Problem zwar nicht allein beheben, aber so könne man zumindest einen wertvollen Beitrag für die Region und die Einheimischen leisten. 2023 war die Hälfte aller Partygäste einheimisch, 2024 waren es ebenso viele, aber laut Schwab zählten sie auch viele Zuschauer:innen aus der ganzen Schweiz und sogar aus der ganzen Welt.
Crans-Montana ist Mutter des Caprices-Festivals
Was vor 20 Jahren in Crans-Montana begann, ist nun bei uns im Saanenland angekommen: ein international renommiertes Technofestival. Doch nur die Hülle sei dieselbe, der Inhalt der zwei Standorte unterscheide sich, so Schwab. In Gstaad spreche man eine ganz andere Klientel an, so der Verantwortliche. Einerseits zähle man in Crans-Montana mehr Tagesgäste, wohingegen in Gstaad mehr Besucher:innen sich dazu entscheiden würden, das ganze Wochenende in Gstaad zu verbringen. Dies sei natürlich positiv für die Region, denn es verlängere die Saison. «Es ist auch unser Ziel, dass das Caprices-Festival einen absolut positiven Nebeneffekt für die touristische Region hat», sagt Vincent Schwab.
Sonst spielen sie vor 50’000 Menschen: die DJ-Stars der Technoszene
Von der musikalischen Qualität reiht sich das Caprices-Festival ganz weit oben ein. DJs aus der ganzen Welt machen sich auf den Weg ins Berner Oberland. Davon zählen auch so manche Namen zu den ganz grossen. In der Liga der Top-20-Technoartisten der Welt bewegen sich so manche, die auch vergangenes Wochenende die Stimmung auf das Eggli brachten. Insbesondere zwei Frauen heizten ein und setzten ein Zeichen in der männerdominierten DJ-Szene.
So sorgten die Kanadierin Vivie-ann Bakos, besser bekannt unter dem Künstlernamen «Blond:ish», sowie die aus Istanbul stammende DJ Carlita für die richtigen Sounds.