Was hält Le Rosey davon ab, seine Wintersaison zu verlängern?
27.09.2024 LeserbriefeDie Stimmbürger sind sicherlich dankbar, dass Marcel Bach sich Gedanken zur Demokratie gemacht hat. Ich mutmasse, dass er sich mit seinen Beratern absprechen musste, nachdem er – vermutlich zu seinem Erstaunen – einen demokratisch zustandegekommenen Entscheid der ...
Die Stimmbürger sind sicherlich dankbar, dass Marcel Bach sich Gedanken zur Demokratie gemacht hat. Ich mutmasse, dass er sich mit seinen Beratern absprechen musste, nachdem er – vermutlich zu seinem Erstaunen – einen demokratisch zustandegekommenen Entscheid der Gemeindeversammlung zur Kenntnis nehmen musste.
Immerhin hat er jetzt die Karten auf den Tisch gelegt, nachdem er sowohl im Vorfeld der Gemeindeversammlung wie auch dort mehr als genug Gelegenheit gehabt hätte, die im Leserbrief vorgebrachten Argumente vorzubringen und allenfalls glaubhafte Belege vorzulegen, die einen Wegzug von Le Rosey ins Wallis fürchten liessen.
In seinem Leserbrief greift Marcel Bach nicht nur die SP, sondern auch 164 Stimmbürger:innen an. Mir wäre nicht bekannt, dass alleine die SP 164 Personen mobilisieren konnte. Und ich würde eine Wette eingehen, dass kaum eine Saanerin oder ein Saaner grundsätzlich etwas gegen das Institut Le Rosey als wichtige Institution und Arbeitgeberin in Hotellerie, Bergbahnen und Tourismus einzuwenden hat. Die 80-prozentige Zustimmung zur neuen Überbauungsordnung waren ein Beweis dafür.
Was hält Le Rosey davon ab, seine Wintersaison um zwei bis drei Wochen zu verlängern? Die Mehrkosten bestehen vermutlich primär aus zusätzlichen Heizkosten. Vielleicht noch aus kreativen Unterrichtsmethoden mit Einbezug der einheimischen Bevölkerung. Anders gefragt: Braucht es eine Anschubhilfe von 2,7 Millionen (oder eine Wurst, um es in Marcel Bachs Worten zu betiteln), um zu entscheiden, länger im Saanenland zu bleiben (oder den Hammer runterschlagen, Zitat Marcel Bach zum Zweiten)?
Herr Bach, als Besucher der Gemeindeversammlung habe ich das Gefühl gehabt, dass die Bevölkerung des Saanenlandes rechtsgenügend an jenem Abend anwesend war. Vielleicht beherzigen Sie den Ratschlag, sich das nächste Mal ein wenig besser vorzubereiten und sich umzuhören. Ich bin überzeugt, dass eine Saisonverlängerung im Winter mit einer Verlegung des Le-Rosey-Wochenendes in den März auch von der Hotellerie und den Bergbahnen positiv aufgenommen wird.
Sie stellen der SP durchaus berechtigte Fragen. Ich frage Sie gerne zurück, ob Sie eigenes Bauland auch zum Preis von 350 Franken pro Quadratmeter an Le Rosey abgetreten hätten? Ihrer gelegentlichen Antwort sehe ich gerne entgegen – auch im persönlichen Gespräch, obwohl ich Sie kaum kenne. Vielleicht erzählen Sie mir dann von Scherben, die dieser Leserbrief auslöst.
MARTIN GÖPPERT, KANDIDAT FÜRS GEMEINDEPRÄSIDIUM SAANEN