Winter i de Bärge (im Saanenland)
23.12.2025 Saanenland, KolumneWinter i de Bärge (im Saanenland)
I gloube, i fah grad vo früechere Zyte aa verzelle chli,
be denn zwar no überhoupt nid uf der Ärde gsi.
Doch vom Ghöresäge lehrt mu löige… nei erfahrt me allerhand,
will mer ses nid erläbt hei, und ...
Winter i de Bärge (im Saanenland)
I gloube, i fah grad vo früechere Zyte aa verzelle chli,
be denn zwar no überhoupt nid uf der Ärde gsi.
Doch vom Ghöresäge lehrt mu löige… nei erfahrt me allerhand,
will mer ses nid erläbt hei, und s nümm isch so bekannt.
Fascht kei Ahnig me hei mir vo de schpätere Generatione,
wie zum Bischpiu d Froue hei a d Finger gfrore,
we si verusse am Brunne oder im Bach hei Wöschtag gha,
hei müesse d Chleider linte, rible, d Händ im ischchaute Wasser ha.
Am Morge hei si zerscht müesse im Potaaschi es Füürli mache gschwind,
dass es chli het Wärmi gäh für alli, Maa, Frou u Chind.
Sie si aube i aller Früechi zum Bett us kroche,
hei müesse Schnee schmelze für Gafiwasser z choche.
Heize het mu ja nid alli Zimmer chönne,
dä Luxus het sech nid mänge dörfe gönne.
Mängisch, wemu Chessle Wasser am Abe i ds Huus het trage,
hets e Ischschicht drufe gha, wes het afo tage.
D Buuremanne hei afe zerscht müesse es Wägli schufle im töife Schnee,
dass sie zum Schüürli hei chönne und zum Veh hei gseh.
Sie hei ihrer Tieri müesse verusse am Trog de tränke,
e ufwändigi, müesami Sach, wenn i da dra dänke.
Mängsmau het mu sech gmacht grossi Sorge,
we der Winter läng u ds Fuetter gäng isch knapper worde.
Da het mu no dr Räschte Höi zämekratzt us allne Chitte,
d Fuermanne hei Trämmlet mit Ross u Schlitte.
Das Glöggele vom Rossgschpann hani no hüt im Ohr.
Das hani no es paar Mau dörfe ghöre, das isch wohr.
Sicher het äs gäh öbe mau e schneelosere Winter hie,
aber so schträngi wie denn gits hützutags nümm mie.
I de Sibezgerjahre hets sogar in Aarau e Langloufloipe gäh.
Ha denn eismau chönne d Schii bis a Bahnhof abe näh.
Hei chönne schlittle hinder em Huus fine Bitz,
das het Schpass gmacht und isch kei Witz.
Apropos schlittle, hie im Saaneland hets schöni Orte,
wo mu Winterschport cha tribe, i mänge verschidene Sorte.
E Gutschefahrt wär ou nid z verachte,
chasch de uf ünsi verschneiti Wält guet achte.
Verwöhnt si mir… so färn es het im Winter Schnee,
chasch vili Gipfle beschtige, schöni Pischte gseh.
Chasch schpörtle u gniesse nach Lust und Laune,
was da als bote wird… man schtaune.
Doch für mi het äs baud emau z viu los.
Wes e huufe Rummel het, finde nis nümm famos.
I gah viu lieber hurtig gschwind desueche,
mit de Toureschii di wunderbari Rueh gah sueche.
Gah öbe mau be ünsem Älpli schnäll verbii,
da chasch di erhole, chli glassener sii.
Der Chopf dürlüfte, der Alltag vergässe,
anere Teechle zueluege, wie si tuet Brösmeli frässe.
E Bartgeier beobachte, wie ner siner Kreise zieht,
e Gämschbock gseh, wie är vor sim Riwal de flieht.
Oder eifach anesitze und chli schtuune ab der Winterwält.
I gäb se nümme, um gar keis Gäld!
Für mi isch halt ou eis vom Gröschte, hie dörfe z ha
um ds Huus «miner» Rehleni gseh liege oder schtah.
Mängs Foti hani scho vo ihne chönne schiesse,
und ihri Anmuet u Schönheit dörfe gniesse.
Hie i ünsere Gägend gits viu gschänkti Sunnetage,
wies im Näbel unde isch, chasch mi cho frage,
hani das doch mängs Jahr erläbt,
wies isch, wenn är Tag für Tag am Bode chläbt.
Mängisch mags be üns zwar zümpftig chutte und ou schneie.
Wes zviu vo däm wisse Guet tuet abegheie,
muess mu Schtrasse schperre wäg Lawinegfahr,
das chunnt ou vor, so all paar Jahr.
Erläbt ha ni das, wo ünses dritte Chindli isch gebore,
d Schtrass isch gschperrt gsi, ds Schpitau in Saane vore!
Gott sei Dank, hei sie du wider uftah z rächter Zyt,
wos gheisse het, d Geburt isch jetzt de nümm so wyt…
Was i de gar nid wetti vergässe hie z beschribe,
dört chas eim d Schprach verschlah, eim Träne id Ouge tribe…
isch es Gschänk vom Schöpfer, e Faszination u Schönheit chunnt da vor,
i däm wunderbare Winterwunderland, i ünsem Rohr.
We ds Wätter und d Luftfüechtigkeit de schtimmt,
u dä Ort sis Zouberchleid aanimmt,
wachse filigrani Ischtännli uf der glitzerige Schneedechi obe,
Ischblättli und Kuntschwärch hets uf de Äscht, wie ghäglet oder gwobe.
Eifach nume gäng wider chamu schtuune ab dere Pracht,
was da der Herrgott üns jedes Jahr hie macht.
D Natur cha sech under em Schnee erhole… und ou ich.
E verschneiti Landschaft schtrahlet Rueh us, das dunkt mich.
Dehinde, de bim zuegfrohrene Louenesee,
chasch de d Bärge no imene andere Blickwinkel gseh.
Sie si da viu nöcher und ineressanter,
das macht das Ganze no imposanter.
Dankbar darf mu gäng uf ds Nöiem si,
wenn wider esone schöni Winterzyt isch gsi.
BARBARA PERRETEN, LAUENEN
Anmerkung: «Potaaschi» ist ein Holzkochherd, «Teechli» sind Alpendohlen.
