Der Igel ist das Tier des Jahres 2026
09.01.2026 NaturWie soeben bekannt wurde, ist der Igel zum Tier des Jahres 2026 erkoren worden.
Der Igel ist ein Tier, das wohl viele anhand von Abbildungen kennen, jedoch vermutlich schon seit Jahren nicht mehr mit eigenen Augen gesehen haben. Grund dafür sind vor allem die mehr ...
Wie soeben bekannt wurde, ist der Igel zum Tier des Jahres 2026 erkoren worden.
Der Igel ist ein Tier, das wohl viele anhand von Abbildungen kennen, jedoch vermutlich schon seit Jahren nicht mehr mit eigenen Augen gesehen haben. Grund dafür sind vor allem die mehr und mehr fehlenden Lebensgrundlagen wie naturnahe Gärten mit Unterschlupfmöglichkeiten und Nahrungsangebot für dieses nachtaktive Lebewesen. Auch der Strassenverkehr sowie die Verwendung von Pestiziden und das Auslegen von Schneckenkörnern sind für das Schwinden der Igelpopulationen verantwortlich. Werden Igel beim Überqueren von Strassen von einem herannahenden Auto überrascht, so reagieren sie wie bei anderen Gefahren, indem sie sich einrollen und sich so durch ihren allseitigen Stachelpanzer in Sicherheit fühlen. Das mag sich wohl bei Angriffen von Raubwild oder anderen Beutegreifern bewähren, jedoch nicht im Strassenverkehr.
Unser einheimischer Igel ist einer der weltweit vorkommenden 34 Arten und heisst genau genommen Braunbrustigel (Erinaeceus europaeus). Da er kein wärmendes Winterkleid wie andere Säugetiere besitzt, begibt er sich während der kalten Monate an einen geschützten Ort wie zum Beispiel unter einen grossen Asthaufen oder in eine Höhle zum Winterschlaf, wo er seinen Kreislauf ähnlich wie Murmeltiere auf ein Minimum herunterfahren kann.
Die Lebenserwartung der Igel liegt bei fünf bis sieben Jahren. Infolge aktueller Klimaerwärmung kommt es immer wieder vor, dass Igel zur Winterzeit erwachen und aufgefunden werden. In solchen Fällen ist es ratsam, diese zum Tierarzt oder einer Igelstation zu bringen, die dann besorgt sind, das Tier bis zum Frühjahr am Leben zu erhalten.
BERT INÄBNIT
EIN LAUTES KARUSSELL
In den Gärten und Parks der Dörfer und Städte hat er einen Ersatzlebensraum gefunden. Werden diese naturnah gepflegt, kann man dort an lauen Frühlingsabenden das «Igelkarussell» hören. Beim lautstarken Paarungsritual der Igel umkreist das Männchen das Weibchen, bis dieses stehen bleibt, seine Stacheln flachlegt und so die Paarung ermöglicht. Nach rund fünf Wochen bringt die alleinerziehende Igelmutter im Schnitt vier bis fünf Jungigel zur Welt. Bei der Geburt sind ihre Stacheln noch weich und in die Haut eingebettet, doch bereits nach etwa sechs Wochen müssen sie für sich selbst sorgen. Dann heisst es: fressen, fressen, fressen, um den kommenden Winter zu überleben.
PD/AMO
MEHR INSEKTEN, MEHR IGEL
Obwohl er fast alles probiert, was ihm vor die Schnauze kommt, kann der Igel nur tierische Nahrung verwerten. Er ist auf Insekten spezialisiert. Ihr Fehlen im Winter zwingt ihn zu einem langen Winterschlaf. Zunehmend fehlt das Futter aber auch während des Rests des Jahres. Das Insektensterben macht auch vor Gärten und Parks nicht Halt. Zudem werden dem Igel in Menschennähe oft Autos, Mähmaschinen und ein übermässiger Ordnungssinn zum Verhängnis.
Dabei wollen ihm eigentlich alle nur Gutes. Kaum ein Wildtier hat eine so grosse Fangemeinde wie der stachelige Sympathieträger. Eine Vielzahl von Organisationen und Personen setzt sich für Igel ein. Dass er trotzdem seit 2022 in der Schweiz und seit 2024 in der EU als «potenziell gefährdet» eingestuft ist, zeigt, dass für die Trendwende beim Artensterben alle mitanpacken müssen. Mit dem neuen Projekt Bonjour Nature unterstütze Pro Natura daher ab März 2026 schweizweit alle, die ihre Gärten naturnah gestalten wollen. Gleichzeitig engagiere sich die Naturschutzorganisation im Feld und in der Politik gegen das Insektensterben und für mehr Natur im Siedlungsraum.
PD/AMO

